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Alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums
öffnen am 4. Oktober 2023 erst um 11.00 Uhr.

Ab 11. September 2023 ist der Durchgang
vom Schlosshof zum Theater-Parkplatz
wegen Sanierungsarbeiten für zwei Jahre gesperrt.

Nicht die Bohne
Bilder mit Sätzen für vier Lautsprecher

Neues Schloss
6. Oktober 2022 bis 29. Januar 2023


Nicht die Bohne von Bodo RottDie Arbeit „Nicht die Bohne“ bringt Bilder, Texte und Objekte als räumliche Intervention zusammen. Die Objekte sind schlicht, die Texte knapp, die Bilder zeigen erkennbare Dinge. Aber die Wahrnehmung funktioniert nicht auf Anhieb, immer ist ein zweiter Blick, ein bewusstes Hinhören nötig. Die Dinge und Töne sind im Raum verstreut, müssen gewissermaßen zusammengefunden werden. Oder sie finden sich selbst in unterschiedlicher Weise zusammen, je nach Standort der BesucherInnen.

Die Ausstellung ist für den Museumsraum entstanden, in dem sie zu sehen ist. Sie breitet sich zugleich dinglich und akustisch im Raum aus und legt ein neues Netz darüber. Umgekehrt haben sich die Gegenstände des Museums in die Bilderwelt des Künstlers gemischt. Die großen Monotypien haben die Struktur von zerbrochenem Glas. Die dargestellten Dinge sind eingebunden ins Spinnennetz der Bruchlinien und erscheinen verzerrt. Vielfach sind es Apparate, Werkzeuge oder verschiedenste Instrumente aus dem Sammlungsbestand, die auf den zweiten Blick erkennbar werden.

Das Auge muss also jeweils neu fokussieren, Nähe und Ferne sind vertauscht, die Größenverhältnisse und Blickwinkel sind überraschend. Es ergibt sich ein verwirrendes Spiel der Perspektiven. In ähnlicher Weise sind die zumeist ganz einfachen Sätze verfremdet: Sie überlagern sich, laufen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. So mischen sich unter die simplen Aussagen die Zweifel.

Die Museumsräume sind statisch, die Architektur des Schlosses strahlt Stabilität aus. Die Gegenstände und Bilder des Museums erinnern an mehr oder weniger ferne Vergangenheiten. Durch die Arbeit von Bodo Rott eröffnet sich eine ganz andere zeitliche und optische Dynamik. Das Sehen und Hören beschleunigt und verlangsamt sich, die Blicke gehen manchmal wie durch eine Lupe und manchmal in die Ferne. Die Autonomie der Betrachtung ist trügerisch, wir sind mittendrin.

 

Künstlergespräch: 23.11.2022 18:00 Uhr