Buchvorstellung: Soldatenbilder 1650-1820. Gemälde aus dem Depot des Bayerischen Armeemuseums
durch den Autor Daniel Hohrath
23. April 2026, 18.00 Uhr
Die Veranstaltung muss verschoben werden - der neue Termin wird bekannt gegeben.
Neues Schloss
Die 2021 eröffnete Ausstellung "Soldatenbilder 1650-1820. Gemälde aus dem Depot des Bayerischen Armeemuseums" zeigt künstlerische Perspektiven auf Menschen in Militär und Krieg in der Frühen Neuzeit. Aus dem reichen Fundus des Bayerischen Armeemuseums ist eine Auswahl großenteils noch nie ausgestellter Gemälde und Graphiken zu sehen.
Den Auftakt bilden einige von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis vor 1914 entstandene, z. T. großformatige Gemälde. Sie zeigen den Blick des Historismus auf die Soldaten der älteren Vergangenheit, teilweise mit großer Akribie hinsichtlich der gezeigten Uniformen und Gegenstände, aber auch mit einer selbst zeitgebundenen Fantasie. Es ist überraschend, wie sehr diese vermeintlich „realistische“ Darstellungsweise unsere Vorstellungen von früheren Epochen bis heute beeinflusst.
Im zentralen Raum sind Portraits von Offizieren und Soldaten der Zeit von 1650 bis 1820 zu sehen. Solche Bildnisse zeigen sehr detailliert die Bekleidung bis hin zu den zum Zeitpunkt der Entstehung modischen Frisuren, aber oft auch Bildelemente, die rein symbolischen Charakter hatten und den Zeitgenossen heute erst zu entschlüsselnde Hinweise auf Rang, Herkunft und Funktion des Dargestellten gaben. In der Regel Auftragsarbeiten geben sie wieder, wie die Dargestellten selbst gesehen werden wollten oder sollten. So sind auch auf Holzplatten gemalte Kulissenfiguren zu sehen, die wohl keine realen Personen, sondern eher Idealbilder von einfachen Soldaten des 18. Jahrhunderts wiedergeben.
In drei Vitrinen in Mitte des Raumes sind originale Uniformen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts ausgestellt, die den gemalten Zeugnissen in ihrer stofflichen Realität gegenübergestellt sind.
In den anschließenden Räumen werden Szenen aus Soldatenleben und Krieg in Gemälden und Kupferstichen präsentiert. Neben Bildern aus dem geradezu beschaulich wirkenden Leben im Feldlager sind wilde Kampfszenen zu sehen wie auch drastische Darstellungen der Schrecken des Krieges. Die meisten dieser Werke beziehen sich nicht auf konkrete historische Ereignisse, sondern sind eher als Genrebilder anzusehen, die Militär und Krieg als einen Teil des „Alltagslebens“ der Epoche abbilden. Die enge Wechselbeziehung zwischen verbreiteter zeitgenössischer Druckgraphik und Malerei wird erkennbar. Aussagen und versteckte Botschaften der Kriegs- und Soldatenbilder, wie sie von den Künstlern für ihre Auftraggeber und das zeitgenössische Publikum vermittelt wurden, sind oft nicht einfach zu entschlüsseln. Auch dazu soll die Ausstellung anregen.
Der Katalog widmet sich dieser Ausstellung und allen Objekten.


