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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum
Pistole M. 1804
(Bayern, 1. Hälfte 19. Jahrhundert)

Pistole M. 1804, Bayern, 1. Hälfte 19. Jahrhundert, Inv. Nr. B 300 © Bayerisches ArmeemuseumPistolen dienten vor allem zur Bewaffnung der Kavallerie. Die Reiter hatten meist zwei Stück davon. Sie wurden in Lederholftern am Sattel untergebracht.
Das bayerische Pistolenmodell wurde wie das Gewehr kurz nach der Jahrhundertwende geschaffen. Es besaß den gleichen Hahn mit herzförmigem Ausschnitt wie das Gewehr, nur kleiner. Das Kaliber und die verwendeten Kugeln waren mit denen des Gewehrs identisch, allerdings war die Pulverladung geringer.
Die praktische Schussweite solcher Pistolen reichte allenfalls bis zu ca. 20 Metern. Ein Nachladen im laufenden Gefecht, wie es bei Gewehren üblich war, konnte es im Reitergefecht kaum geben. Die Zündung galt ohnehin als unzuverlässig. Über den fünften Schuss hinaus rechnete man mit häufigen Versagern. Der Pistolenschuss eignete sich allenfalls zur Eröffnung eines Kampfes, der dann mit dem Säbel zu Ende geführt werden sollte. Das Prestige der Pistole war gering. Viele hielten sie für ein bloßes Lärminstrument, mit dem aufgestellte Posten Alarm geben konnten.
Das hier gezeigte Muster ist ein Siegelstück, also ein Muster für die Fertigung, das mit besonderer Sorgfalt erzeugt wurde. Typisch für bayerische Pistolen ist ihre kräftige Bauweise. Ab 1843 wurden Pistolen dieser Bauart mit dem witterungsunabhängigen Perkussionsschloss versehen und in dieser Form noch im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 geführt.
Die Pistole wurde in der Bayerischen Landesausstellung „Napoleon und Bayern“ (30. April bis 31. Oktober 2015) im Neuen Schloss in Ingolstadt gezeigt (Inv. Nr. B 300).

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