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Objekt des Monats

von der Eselbastei der Festung Ingolstadt (2. Hälfte 16. Jh.), Inv. Nr. 0081-2015 © Bayerisches Armeemuseum

Bruchsteine der Eselbastei der Festung Ingolstadt
(Bayern, 2. Hälfte 16. Jh.)

Bruchsteine der Eselbastei der Festung Ingolstadt (2. Hälfte 16. Jh.), Inv. Nr. 0081-2015 © Bayerisches Armeemuseum1537 begannen in Ingolstadt die Baumaßnahmen an ersten Werken für eine neu zu errichtende bayerische Landesfestung. Bereits 1539 waren über 1000 Männer und Frauen auf dieser Großbaustelle beschäftigt.
Die Steine kamen aus den Steinbrüchen von Joshofen und Lenting bei Ingolstadt. Ende des 16. Jahrhunderts war die Festung im Wesentlichen fertig gestellt. In den folgenden Jahrhunderten wurde immer wieder am Erhalt und Ausbau der einzelnen Werke gearbeitet, sodass ein Chronist 1620 schreiben konnte: „Was nun ferner anlangt Ingolstat. wisst das dise Statt also beschaffen, das dergleichen vöstung uff dem Teutschen Boden nicht bald zu finden.“
1631 beherbergte die Stadt allein 3000 Schanzarbeiter in ihren Mauern, als man Ingolstadt mitten im Dreißigjährigen Krieg angesichts der Bedrohung durch die schwedische Armee unter ihrem König Gustav II. Adolph stärker befestigen wollte. Die Stadt hielt dem Ansturm der Schweden als eine der wenigen im Alten Reich stand. Es sollte die größte Bewährungsprobe für die Festung werden. Mehr noch, von der so genannten Eselsbastei östlich des Neuen Schlosses aus gelang den Bayern ein Glückstreffer: Auf einem Erkundungsritt wurde dem Schwedenkönig das Pferd buchstäblich unter dem Hintern totgeschossen.
Kurfürst Ferdinand Maria (reg. 1651–1679) ließ umfangreiche Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen durchführen und machte aus der Renaissance- eine Barockfestung. Bis 1662 wurden dafür erneut bis zu 2000 Arbeiter eingesetzt. Möglicherweise erhielt die Stadt deswegen schon damals den Beinamen „die Schanz“.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts verfiel die Festung immer mehr, der allgemeine Geldmangel des Kurfürstentums zeigte sich hier besonders deutlich. Im Jahr 1800 schließlich wurde Ingolstadt an die Franzosen übergeben. General Jean-Victor Moreau ließ die Festung auf Befehl Napoleons schleifen, was einer fast vollständigen Demolierung gleichkam. Mit der Verlegung der Universität von Ingolstadt nach Landshut fiel die einst so stolze bayerische Landesfestung in den Status einer Provinzstadt zurück und verarmte.
Die hier gezeigten Bruchsteine wurden aus der Eselsbastei geborgen. Im Jahr 2012 wurde dieses untertägig noch relativ umfänglich erhaltene Festungswerk im Zuge der Bauarbeiten zu einer Tiefgarage freigelegt, archäologisch dokumentiert und anschließend abgebrochen.

Die Steine sind zur Zeit im Depot des Armeemuseums verwahrt und sollen Eingang in die neue Dauerausstellung im Neuen Schloss finden (Inv. Nr. 0081-2015).
Eine Tagung zur Festungsarchäologie (15. bis 17. März 2017) wird sich auch diesem Areal intensiv widmen, das in den letzten Jahren außergewöhnliche Erkenntnisse zum Festungsbau des 16. bis 19. Jahrhundert erbracht hat.

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