Osmanische Handpauke
(Osmanisches Reich, 17. Jahrhundert)

Osmanische Handpauke, Osmanisches Reich, 17. Jahrhundert, Inv.-Nr. A 10841 © Bayerisches ArmeemuseumDie Feldmusik der osmanischen Heere hat ihre europäischen Gegner sehr beeindruckt. Kleine Handpauken konnten Teil dieser Feldmusik sein, sie gehörten aber auch zur Ausstattung der gefürchteten osmanischen Reiterei. Sie wurden immer paarweise verwendet und links und rechts am Sattel befestigt, nicht zuletzt wohl, um einen tieferen und einen höheren Ton anschlagen zu können. Von unserem Exemplar hat sich leider nur das eine Stück erhalten. Es ist sehr reich verziert und gehörte deshalb mit Sicherheit zur prunkvollen Ausstattung des Pferdes eines sehr hochrangigen Herren. Das Kupferblech des Paukenkessels ist vergoldet und über und über mit Blumenornamenten verziert. Auf ihm sind in Rosetten gefasste Steine befestigt; eines der ehemals 23 Plättchen ist verloren, auch einzelne Steine fehlen. Das Paukenfell wird durch vier Spangen, acht Nieten und einen ledernen, mit rotem Samt überzogenen Riemen gehalten. Am Stiel des Instruments konnte eine Quaste befestigt werden. Eine Spange am Rand dient der Befestigung am Sattel. Die Handpauke war 2019/2020 in der Ausstellung „Kaiser und Sultan“ in Karlsruhe zu sehen (Inv.-Nr. A 10841).