Helm der republikanischen Schutztruppe
(deutsch, Erster Weltkrieg)

Helm der republikanischen Schutztruppe, Helm um 1916, (Bemalung nach 1918), Inv.-Nr. 0222-1972 © Bayerisches ArmeemuseumDieser Verband war in München Anfang November 1918 auf Betreiben der Sozialdemokraten als 750 Mann starke Sicherheitswache der Regierung Eisner aufgestellt und dem Minister für militärische Angelegenheiten Albert Roßhaupter unterstellt worden. Ihr Auftrag war es, die persönliche Sicherheit der Regierungsmitglieder zu gewährleisten.
Auch nach Ausrufung der Räterepublik bezeugte die Republikanische Schutztruppe weiterhin Loyalität gegenüber der bayerischen Exilregierung in Bamberg. Am 13. April 1919, ein Palmsonntag, unternahm der Verband unter Führung seines Kommandeurs Alfred Seyfferitz (1884-1944) und entgegen vorhergegangener Absprachen den Versuch, die Räteherrschaft in München handstreichartig zu beseitigen. Wider Erwarten schloss sich der größte Teil der Münchner Garnison dem Umsturzversuch nicht an. Räte und KPD riefen zu Demonstrationen gegen den Putsch auf. In vergeblicher Hoffnung auf Verstärkung von außen zog sich die Republikanische Schutztruppe auf den Hauptbahnhof zurück. Die schweren Kämpfe forderten 21 Todesopfer endeten mit der Niederlage des Verbandes.

Der in der Ausstellung „Friedensbeginn? Bayern 1918-1923“ gezeigte Helm ist ein Stahlhelm, der 1916 im deutschen Heer eingeführt wurde und zuerst bei den Fronttruppen in vorderster Linie als Kopfschutz Verwendung fand. Bis 1918 war es im deutschen Heer verboten, an den Stahlhelmen irgendwelche Markierungen anzubringen, die auf den Truppenteil schließen lassen könnten. Nach 1918 wird es bei den Freiwilligenverbänden Usus, ihre Helme mit den jeweiligen Verbandsemblemen zu versehen. So auch bei der Republikanische Schutztruppe, die ihre Helm mit einem umlaufen Ring in den Münchner Stadtfarben Schwarz und Gelb verzierte (Inv.-Nr. 0222-1972).