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Sprengung der Godesburg
(deutsch, 1624)

 

Sprengung der Godesburg am 17. Dezember 1583, Gemälde von 1624, Inv.-Nr. 0160-2012 © Bayerisches ArmeemuseumDie Eroberung der Godesburg am 17. Dezember 1583 stellt eines der ersten und eindrucksvollsten Ereignisse im so genannten Kölner Krieg dar.

Seit 1565 versuchte das katholische Bayern den Sohn Herzog Albrechts V. (1528-1579), Ernst von Bayern (1554-1612), zum Erzbischof von Köln wählen zu lassen. Mehrere Versuche misslangen. 1583 wendete sich jedoch das Blatt, als der amtierende Erzbischof, Gebhard Truchseß von Waldburg-Trauchburg (1547-1601) am 2. Februar heiratete und den Protestanten zunehmende Freiheiten zugestand. Um den Verlust des Erzbistums zu verhindern, schloss sich eine katholische Allianz zusammen. Sie bestand aus dem Kaiser, den Königen von Spanien und Frankreich, den Medici aus Florenz, den Erzbischöfen von Mainz und Trier sowie dem Herzögen von Bayern und Kleve. Auch der Papst schaltete sich ein.

Die etwa 8 km südlich von Bonn liegende Godesburg wurde vom Bruder Gebhards besetzt gehalten, während die Truppen des amtierenden Erzbischofs in Westfalen zusammengezogen wurden. Von Oktober bis Dezember 1583 belagerten kurkölnische, spanische und bayerische Truppen die Burg, konnten sie jedoch nicht erobern. Schließlich drang man unterirdisch mit Minen vor und platzierte 1500 Pfund Schwarzpulver unter den Mauern, die am 17. Dezember 1583 zur Detonation gebracht wurden. Die Godesburg wurde schwer beschädigt, aber nicht zerstört. Dennoch brachte die Sprengung genügend Verwirrung, so dass die Bayern durch ein „heimlich Gemach“ – also eine Toilette – eindringen konnten. Die Kommandanten der Burg erkauften sich durch die Freigabe wichtiger Gefangener ihre Freiheit, die Mannschaften hingegen wurden alle getötet. Daraufhin ergab sich Bonn, das damals Residenzstadt des Kurfürstentums Köln war, kampflos.

Die Eroberung der Godesburg stellte einen ersten und wichtigen Sieg der Katholiken dar, der schließlich in die Wahl Ernsts von Bayern zum Kölner Erzbischof mündete.

Das Gemälde zeigt den Moment der Sprengung und die Erstürmung der Burg durch die Belagerer. Im Vordergrund ist ein Skelett mit einem breitbeinig darüber stehenden Ritter zu erkennen. Zusammen mit der Schrift „Memento mori“ könnte es sich auch um eine allegorische Darstellung der Todesgefahr im Krieg verstehen. Vorbild für die Darstellung ist eine Radierung des Kölner Kupferstechers Franz Hogenberg von 1586. Das Gemälde selbst wurde für die Familie Schrenck von Notzing gemalt. 2012 konnte es das Bayerische Armeemuseum mit Unterstützung Herzogs Franz von Bayern erwerben.

(aus: Wittelsbach und Bayern II/2, S. 68 f., Kat. 102)

Das Gemälde ist derzeit im Depot des Museums verwahrt und wird Eingang in die neue Dauerausstellung finden (Inv.-Nr. 0160-2012).


Objekt des Monats


Französisches Infanteriegewehr M 1777 corrigé an IX, Lüttich, nach 1801, Inv.-Nr. A 2553 © Bayerisches Armeemuseum

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