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Kurfürst Carl Theodor
(Öl auf Leinwand, 1780)

Kurfürst Carl Theodor als Inhaber des Pfälzer Leib-Regiments mit der Großkreuz-Schärpe des Haus-Ritter-Ordens vom heiligen Hubertus, Gemälde 1780, Öl auf Leinwand, Inv.-Nr. A 2185 © Bayerisches ArmeemuseumPorträts der frühen Neuzeit fungierten in der Regel als Stellvertreter realer Personen, bezeugten also in Abwesenheit deren Präsenz mit dem Zweck, entweder als dauerhaftes Abbild des Vergänglichen, als Ausdruck der eigenen Selbstdarstellung, als familiäres Erinnerungszeichen oder als Investition in den Nachruhm und die Memoria über den Tod hinaus zu dienen. Darstellungen von Regenten hingegen waren zuallererst Ikonen der Macht und dienten dazu, sie als höchste Autorität eines politischen Gemeinwesens zu vergegenwärtigen. Dabei kam es weniger auf die malerische Wiedergabe des Individuums, als vielmehr auf die Visualisierung der absolutistischen, vom Gottesgnadentum bestimmten Staatsidee und die damit verbundene uneingeschränkte Machtposition des Herrschers an. Das Staatsporträt des 18. Jahrhunderts war in seiner typischen Ausprägung großformatig, wobei der Landesherr vorzugsweise mindestens in Lebensgröße und ganzer Figur in einer zeremoniellen Haltung dargestellt wurde. Auch die von Kurfürst Carl Theodor von Pfalz-Bayern (1724-1799) in Auftrag gegebenen offiziellen Bildnisse entsprachen weitgehend diesem Repräsentationsshema. Im Zuge der Aufklärung verlagert sich der Fokus aber mehr auf die Psychologisierung des Fürsten, in dem man das Dreiviertelformat favorisierte und damit den persönlichen und privaten Charakter des Porträtierten stärker ins Blickfeld rückte. Der Fürst sollte von der absolutistischen Repräsentationstribüne in den Bereich menschlicher Individualität zurückversetzt und nicht mehr als „Eigentümer“ des Staates wahrgenommen werden, sondern als sein erster Diener mit der Verpflichtung, das ihm anvertraute Amt zum Besten der Gemeinschaft zu verwalten. Die Bildnisse Carl Theodors blieben von dieser Entwicklung nicht unberührt, da er sich in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts öfters  in der Uniform des Pfälzer Leib-Regiments malen ließ.
Die militärische Uniform galt damals als Ausdruck männlicher Stärke, persönlicher Tapferkeit und ausgeprägtem Pflichtbewusstsein. Aus dem Hause Wittelsbach war Kurfürst Carl Theodor der erste Souverän, der sich in Uniform darstellen ließ, die ihn als einen im Dienste des Landes stehenden Vaters wie auch als obersten Kriegsherrn charakterisieren sollte, der den Schutz seiner Landeskinder garantierte. Allerdings ließ der auf dem Porträt gezeigte pfälzische Hausorden keinen Zweifel an der gesellschaftlichen Stellung des Kurfürsten aufkommen.

Dieses Porträtgemälde ist derzeit im Depot des Bayerischen Armeemuseums verwahrt (Inv. Nr. A 2185).


Objekt des Monats


Französisches Infanteriegewehr M 1777 corrigé an IX, Lüttich, nach 1801, Inv.-Nr. A 2553 © Bayerisches Armeemuseum

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Schreinerei. Blick in einen Werkzeugschrank © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Erich Reisinger)Stellenausschreibung
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