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Objekt des Monats

Modell Doppeldecker Albatros D V, Inv. Nr. 0416-1997 © Bayerisches Armeemuseum

Totenmaske des Generals Ludendorff (Bronze)
(1937)

0182-2011Ludendorff wurde am 9. April 1865 in der preußischen Provinz Posen geboren. Er erhielt eine Erziehung im Kadettenkorps und ergriff den Soldatenberuf. Dem begabten und ehrgeizigen Offizier gelang der Aufstieg in den Generalstab, also die Führungselite der Armee. Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er dem neu ernannten Oberbefehlshaber der 8. Armee in Ostpreußen, Paul von Hindenburg, als Stabschef zur Seite gestellt. Im deutschen Führungssystem war der Chef eines Stabes kaum weniger bedeutend als der eigentliche Kommandeur. Der beeindruckende Abwehrsieg gegen die weit überlegenen russischen Truppen begründete Ludendorffs militärischen Ruf und die Zusammenarbeit mit Hindenburg. Als dessen rechte Hand trat er 1916 an die Spitze der Obersten Heeresleitung, deren eigentlicher Kopf er war. In der zweiten Kriegshälfte nahm Ludendorff nicht nur auf die Leitung der militärischen Operationen, sondern auch auf die Politik bestimmenden Einfluss. Die nahende militärische Niederlage führte wenige Wochen vor dem Kriegsende zu seiner Entmachtung.

Nach dem Krieg betätigte sich Ludendorff politisch. Die Teilnahme am gescheiterten Hitlerputsch des Jahres 1923 bildete Höhepunkt und Ende seines aktiven politischen Engagements. Danach propagierte er unter dem Einfluss seiner zweiten Frau Mathilde eine völkisch-esoterische Gedankenwelt mit quasireligiösen Zügen, die um die Vorstellung kreiste, dass sich „überstaatliche Mächte“ wie die katholische Kirche, Juden, Freimaurer und Kommunisten zur Vernichtung Deutschlands und anderer Länder zusammengetan hätten. Selbst den Dalai Lama rechnete er zu diesen Kräften. Innerhalb der völkischen Bewegung bezog Ludendorff eine eigene Position, die zu der des Nationalsozialismus in einem Konkurrenzverhältnis stand. Seine Foren, der „Tannenbergbund“ und der Verein „Deutschvolk“, wurden 1933 verboten. 1937 erreichte er die Zulassung einer Nachfolgeorganisation, die sich „Bund für Gotterkenntnis“ nannte.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Ludendorff in Tutzing am Starnberger See. Am 20. Dezember 1937 erlag er einem Krebsleiden. Er starb im Münchner Josephinum, einem katholischen Krankenhaus gegenüber dem ehemaligen bayerischen Kriegsministerium. Nach der Aussage einer Krankenschwester hat er sein Schicksal mit ungewöhnlicher Fassung ertragen. Gegen seinen Willen erhielt er ein Staatsbegräbnis, denn das NS-Regime wollte vom Prestige des berühmten Feldherrn profitieren.

Die Totenmaske wurde von dem bekannten Bildhauer Bernhard Bleeker (1881-1968) geschaffen. Das Museum erhielt sie 2011 aus dem Nachlass eines Offiziers übergeben, der dem General nahe stand. Sie wird im Depot des Museums aufbewahrt (Inv. Nr. 0182-2011).

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