Vortrag

Belagerung in der Frühen Neuzeit
Daniel Hohrath, M.A.

18.09.2019, 18:00 Uhr

Neues Schloss

 

Planungsmodell der Festung Ingolstadt (um 1566), Inv. Nr. N 5104 © Bayerisches Armeemuseum (Foto: Gert Schmidbauer)Festungen spielten in fast allen europäischen Kriegen der Frühen Neuzeit eine bestimmende Rolle. Viele Feldzüge drehten sich um den Besitz einzelner Festungsstädte. Es gab deutlich mehr Belagerungen als große Schlachten.

Befestigte Städte waren die am härtesten umkämpften Objekte. Als „Schlüssel des Landes“ sperrten sie die Verkehrswege und beherrschten einen weiten Umkreis. Hier lagerten auch die Vorräte als Versorgungsbasis der Armeen. Gegen die immer aufwendigere Befestigungsweise mit Bastionen, Wällen und Gräben entwickelte sich seit etwa 1670 eine systematische Angriffstechnik mit Laufgräben und Geschützbatterien. Die Zeit, bis eine Festung kapitulieren musste, erschien berechenbar.
Dennoch dauerten Belagerungen oft lange. Die Angreifer benötigten für viele Wochen Lebensmittel, die ebenso wie schwere Geschütze und Munition über große Distanzen antransportiert werden mussten. Nicht selten wurden Belagerungen aufgehoben, weil diese Versorgung nicht gelang oder eine Armee die Belagerer vertrieb. Manche Stadt lag dann aber schon in Trümmern.

Der Vortrag geht anhand ausgewählter Beispiele der Frage nach, wie Belagerungen im Zeitraum zwischen 1600 und 1800 abliefen und wie stark die Verteidiger (Soldaten und Zivilisten) in den Festungen sowie die Angreifer außerhalb der Mauern unter dieser Form des Krieges litten.

Im Anschluss an den Vortrag führt der Referent durch die neue Dauerausstellung.

Daniel Hohrath ist Kurator am Bayerischen Armeemuseum und entwickelte das Konzept des ersten Teils in der neuen Dauerausstellung (1650 bis 1815). Er betreut als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Sammlungsbereiche Fahnen, Uniformen und Spielzeug.