Das Großkreuz des Eisernen Kreuzes der Stiftung 1914
(Deutsches Reich, nach 1914)

Großkreuz des Eisernen Kreuzes der Stiftung 1914, Inv.-Nr. B 6737 © Bayerisches ArmeemuseumDie wohl folgenschwerste Entwicklung in der über hundertjährigen Geschichte des Eisernen Kreuzes war dessen massenhafte Verleihung während des Ersten Weltkrieges. Je mehr sinnlose Opfer dieses Ringen forderte und je weiter ein Ende oder gar ein Sieg in die Ferne rückte, desto mehr investierte die Heeresleitung in Symbole der Anerkennung. Nicht ohne Grund wurde das Eiserne Kreuz Ende 1916/ Anfang 1917 zu den „Massenorden“ gezählt. Davon ausgenommen blieb allein die höchste Stufe des Eisernen Kreuzes: Das Großkreuz des Eisernen Kreuzes. Nach dem Wortlaut der Stiftungsurkunde vom 5. August 1914 sollte es als Belohnung für eine entscheidend gewonnene Schlacht, für die erfolgreiche Führung einer Armee oder Flotte oder die Eroberung einer großen bzw. erfolgreichen Verteidigung einer wichtigen Festung verliehen werden. Es konnte kein Zweifel darüber bestehen, dass diese Auszeichnung nur siegreichen Oberbefehlshabern im Generalsrang vorbehalten war. Aus diesem Grunde wurde es während des Ersten Weltkrieges nur viermal verliehen und zwar an die Generalfeldmarschälle Paul von Hindenburg, August von Mackensen und Prinz Leopold von Bayern sowie an den General der Infanterie Erich Ludendorff.

Kaiser Wilhelm II. als Oberster Kriegsherr legte das Großkreuz wie schon sein Großvater Wilhelm I. lediglich aus symbolischen Gründen an, um damit seine Verbundenheit mit der Truppe zu dokumentieren.

Nach dem Inventarverzeichnis des Bayerischen Armeemuseums stammt das bis zum Ende der Monarchie von der Königlich Preußischen Generalordenskommission verwahrte Kreuz aus einer Serie nicht mehr verliehener Exemplare, die Weihnachten 1918 an verschiedene deutsche Souveräne, darunter auch König Ludwig III. von Bayern verliehen werden sollten. Aufgrund des Waffenstillstandes bzw. des Kriegsendes ist es aber zu keinen Verleihungen mehr gekommen.

Gegen diese Provenienz spricht jedoch eine Silbergehaltspunze „925“ auf der Rückseite der runden und gelochten Sprungringöse. Während die bis 1918 gefertigten Großkreuze weder Hersteller- noch Silbergehaltspunzen aufwiesen, tragen Zweit- und Ausstellungstücke einen Silberstempel. Aufgrund der hohen Fertigungsqualität des Kreuzes, das den Originalen in nichts nachsteht, ist jedoch von einem zeitgenössischen Stück auszugehen.

Das Großkreuz wird im Depot des Museums verwahrt (Inv.-Nr. B 6737).