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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum

Das Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens
(Bayern, um 1815)

Vorderseite eines Kommandeurkreuzes des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches ArmeemuseumRückseite eines Kommandeurkreuzes des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches ArmeemuseumUnter den bayerischen Tapferkeitsauszeichnungen nimmt der am 1. März 1806 gestiftete Militär-Max-Joseph-Orden eine besondere Rolle ein, da er bis zum Ende der Monarchie im Jahre 1918 der höchste wie auch angesehenste militärische Verdienstorden Bayerns war. Im Zuge eines propagandistischen Kunstgriffes wurde die Ordensgründung symbolisch jedoch auf den 1. Januar 1806 - den Tag der Erhebung Bayerns zum Königreich – zurückdatiert

Mit dem nur für Offiziere, aber „ohne Rücksicht auf Religion, Geburt, Rang “ vorgesehenen Orden waren die Aufnahme in die Ritterklasse des bayerischen Adels und ansehnliche Pensionen verbunden. Da nach dem Willen des Stifters die Auszeichnung auch ausländischen Offizieren offen stehen sollte, stellen die Verleihungen ein Spiegelbild der jeweiligen Bündnissysteme dar, die zum Bestand und zur Entfaltung des Königreichs beigetragen hatten. Waren es in den Jahren 1806 bis 1815 noch französische, österreichische, preußische und russische Offiziere, überwogen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Angehörigen der preußischen Armee.

Nach dem Tod des Beliehenen musste die Dekoration wieder an das Ordenskapitel zurückgegeben werden, um so wieder an einen Berechtigten verausgabt werden zu können. Verliehen wurde die dreiklassige Auszeichnung als Groß-, Kommandeur- oder Ritterkreuz, d.h. die Verleihung des Ordens war weitgehend an Stand und Rang des Beliehenen gebunden. Obwohl in den Statuten ausdrücklich nur das Großkreuz den Generalen vorbehalten war, wurde faktisch auch schon das Kommandeurkreuz mehrheitlich an Generale und Stabsoffiziere verliehen. Das Ordenszeichen selbst ist ein goldbordiertes weiß emailliertes Malteserkreuz mit goldenen Kugelspitzen. Das blau emaillierte Medaillon zeigt Avers das königliche Monogramm „MJK“ (= Max Joseph König) und Revers die in goldenen Lettern gehaltene Ordensdevise „VIRTUTI PRO PATRIA“ (= Der Tapferkeit für das Vaterland). Über dem Kreuz ist eine goldene Krone angebracht.
Alle Ordensinsignien sind im Innern ihres Tragerings mit einer Nummer versehen, die in einem Verzeichnis nachgewiesen waren. Jedes neu aufgenommene Ordensmitglied konnte deshalb in Erfahrung bringen, wer vor ihm die persönlich verliehene Auszeichnung getragen hatte. In der 112jährigen Geschichte des hohen Ordens bis zum Ende des Ersten Weltkrieges waren ursprünglich 69 nummerierte Exemplare des Kommandeurkreuzes angefertigt worden. Das Exemplar mit der Nummer 69 wurde 1843 bei der Errichtung des Münchner Siegestores in den Grundstein eingemauert, während die restlichen 68 Insignien insgesamt 93-mal verliehen wurden. Davon erhielten bis 1871 sieben bayerische Offiziere und 56 Offiziere anderer Armeen diese hohe Auszeichnung. Im Ersten Weltkrieg wurden 14 Kommandeurkreuze an bayerische Offiziere und sieben Kommandeurkreuze an Offiziere anderer Armeen verliehen.

Die Ordenssammlung des Bayerischen Armeemuseums verfügt aktuell über 15 Kommandeurkreuze des Militär-Max-Joseph-Ordens und stellt somit nicht nur die weltweit größte Sammlung an dieser Stufe des Militär-Max-Joseph-Ordens, sondern auch einen faszinierenden Querschnitt der bayerischen / deutschen wie auch europäischen Militärgeschichte dar. Das hier gezeigte Stück trägt die Inv. Nr. N 3211 und stammt aus der Stiftungszeit.

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