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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum

Schiffsglocke des Linienschiffs "SMS Bayern"
(Deutsches Reich, 1913-1916)

 

SchiffsglockeDie „SMS Bayern“ wurde von 1913 bis 1916 gebaut und war das erste deutsche Großkampfschiff mit einer Hauptartillerie im Kaliber 38 cm. Da das Schiff und seine Besatzung noch nicht eingefahren waren, nahm es nicht an der berühmten Seeschlacht vor dem Skagerak (31. Mai auf 1. Juni 1916) teil. Am 25. Juli 1916 besuchte König Ludwig III. das Schiff. Die „SMS Bayern“ diente vom 7. bis zum 16. August 1916 als Flottenflaggschiff. Zusammen mit den Linienschiffen „SMS Markgraf“ und „SMS Großer Kurfürst“ bildete die „Bayern“ während des ersten Flottenvorstoßes nach der Skagerrakschlacht vom 18. bis zum 20. August die „Schnelle Division“ der I. Aufklärungsgruppe und war vom 23. September bis Anfang Oktober Flagschiff des III. Geschwaders.
Nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 wurde die „SMS Bayern“ gemeinsam mit dem Großteil der Deutschen Hochseeflotte Ende des Monats nach Scapa Flow, eine Bucht vor der Küste Schottlands, an die Briten ausgeliefert. Dort versenkte sich nahezu die gesamte Flotte am 21. Juni 1919 auf Befehl des Kommandeurs des Internierungsverbandes, Konteradmiral Ludwig von Reuter, selbst, um die Flotte im Falle eines Wiederaufflackerns der Kämpfe bei Nicht-Unterzeichnung des Versailler Vertrags nicht unbeschädigt in die Hände der Engländer fallen zu lassen.

Die ca. 29.000 t schwere „SMS Bayern“ lag kieloben und mit 9° Schlagseite in 37 m Tiefe. Bis auf den Geschützturm „Anton“ waren alle Türme eingedrückt in den Schlamm von Scapa Flow. 1934 sollte das für 1.000 Pfund angekaufte Wrack gehoben und der wertvolle Stahlschrott verkauft werden. Unter größten Mühen und Gefahren (schlechte Sicht, explosive Methangas-Konzentrationen) dichteten Taucher den Rumpf ab und führten über sieben, bis 27 m hohe und 20 t schwere, schornsteinartige Luftschleusen Pressluft zu. Aufgrund eines Leitungsbruches gelangte am 18. Juli zu viel Luft in das Schiff, sodass es überraschend und vorzeitig mit dem Bug an die Oberfläche trieb, gleich darauf aber wieder versank. Endgültig gehoben wurde die „Bayern“ am 1. September – binnen 30 Sek. schoss sie geradezu aus dem Wasser. Anschließend nach Lyness und Rosyth verbracht begannen im Juni 1935 die Abwrackarbeiten. Wie risikoreich das Bergen war, zeigen die Unglücksfälle auf der „SMS Prinzregent Luitpold“, einem Linienschiff, und der „SMS Von der Tann“, einem Schlachtkreuzer: Auf der „Prinzregent Luitpold“ starb ein Zimmermann nach einer Gas-Explosion, auf der „SMS Von der Tann“ entgingen drei Arbeiter nur knapp einem ähnlichen Schicksal. Die Schiffsglocken von der „SMS Derfflinger“ und der „SMS Friedrich der Große“ wurden 1965 von englischen Privatleuten im Namen der Völkerversöhnung an den bundesdeutschen Marineattaché übergeben.

Die Schiffsglocke ist in der Dauerausstellung  „Der Erste Weltkrieg“ im Reduit Tilly ausgestellt (Inv. Nr. 314-1992).

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