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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum

Para-Dummy / Fallschirmjäger-Atrappe „Rupert“
(5./6. Juni 1944)

Para-Dummy "Rupert" 1944 © Bayerisches Armeemuseum

Para-Dummies (deutsch: Fallschirmpuppen) sind erstmals im Zweiten Weltkrieg eingesetzte Puppen, die in großer Zahl aus Transportflugzeugen abgeworfen wurden, um dem Feind eine Luftlandung vorzutäuschen oder ihn im Zuge einer Luftlandeoperation über die tatsächlichen Angriffsziele und –schwerpunkte zu verwirren. Der nur etwa 85 cm große „Rupert“ war eine britische Erfindung, die aber in den USA hergestellt wurde. Die Puppen waren aus Sackleinen oder Gummi gefertigt und trugen Fallschirmjägeruniformen. Sie waren mit Stroh oder auch mit Grünabfällen gefüllt. Zusätzlich waren sie mit pyrotechnischen Mitteln (Knall- und Rauchmittel) versehen, die beim Auftreffen auf den Boden ausgelöst wurden und so für zusätzliche Verwirrung sorgten. Die Puppen sind unbeweglich und kleiner als ein Mensch, können aber in der Luft und am Boden nachts oder während der Dämmerung optisch nur schwer von „echten“ Fallschirmjägern unterschieden werden. Entgegen der landläufigen, v. a. durch den Spielfilm „Der längste Tag“ (USA, 1962) inspirierten Meinung, kamen Para-Dummies nicht erst bei der Invasion in der Normandie zum Einsatz. Der erste bekannte Einsatz erfolgte 1940 in Nordafrika, als sie bei Siwa über italienischen Einheiten abgeworfen wurden. Die Fallschirmpuppen dienten 1942 zur Ablenkung der britischen Invasion auf Madagaskar, das zu dieser Zeit von Vichy-Frankreich beansprucht wurde; auch in Italien wurden sie im Mai 1944 eingesetzt. Der Abwurf von Fallschirmjägerpuppen über der Normandie bleibt aber dennoch der wohl bekannteste Einsatz dieser Art. Am frühen Morgen des 6. Juni 1944 wurden zur Täuschung der deutschen Verteidiger in der Normandie hunderte von „Ruperts“ im küstennahen Hinterland abgeworfen. Dies lenkte viele deutsche Einheiten von den eigentlichen Landezonen der Alliierten ab. Mit den Puppen sprangen auch sechs Soldaten des SAS (Special Air Service) ab und sorgten für zusätzliche Verwirrung.

Fallschirm des Para-Dummys "Rupert" 1944 © Bayerisches ArmeemuseumNoch in den 1980er Jahren wurden einige in einer Lagerhalle eines alten Flugfeldes in Großbritannien gefunden. Der „Rupert“ des Bayerischen Armeemuseums stammt ursprünglich aus diesem Fund und ist im Depot eingelagert (Inv. Nr. 0402-2009).

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