Bookmark and Share

Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum

Feld- und Munitionswagen mit Protze, System Manson
(Bayern um 1800)

Dieses Modell stellt einen Munitionswagen nach dem System Manson um 1800 dar. © Bayerisches Armeemuseum

Der 1724 geborene spätere bayerische General Jakob von Manson trat 1742 in die französische Armee ein (ein Vorgang übrigens, der in der Zeit des Ancien Régime bis 1789 völlig normal war), nahm am Österreichischen Erbfolge- sowie am Siebenjährigen Krieg teil. Gemeinsam mit dem französischen General und Artillerie-Spezialisten Gribeauval wurde er mit der Reorganisation der Artillerie beauftragt mit dem Ziel, diese Truppengattung durch Vereinheitlichungen und Standardisierungen im Einsatz sowie hinsichtlich der Ersatzteilversorgung effektiver zu machen. Das Ergebnis ihrer Bemühungen und Denkanstösse war das bekannte Artilleriesystem „Gribeauval“, das die französische Artillerie jener Zeit zur bestorganisierten Artillerie der Welt machte. Mit der Proklamation der französischen Republik (1792) wechselte von Manson (Gribeauval war mittlerweile verstorben) in russische Dienste, acht Jahre später, 1800, in bayerische. Auf sein Betreiben hin wurde eine eigene Artillerieschule für Offiziere errichtet, die Artillerie selbst zahlenmäßig aufgestockt und die Ausbildung intensiviert; beispielsweise führte er das ein, was man heute „Batterie-“ oder „Bataillons-Schul-Gefechtsschiessen“ nennt. Das Geschützmaterial selbst wurde weiter vereinfacht und verbessert und die „Reitende Artillerie“ eingeführt, um die bis dahin recht schwerfällige Artillerie beweglicher und reaktionsschneller zu machen. Auf Jakob von Manson geht auch die Gründung der Gewehrfabrik in Amberg, der Geschützgiesserei in Augsburg sowie einer Salpeterraffinerie zurück (Salpeter ist ein Grundstoff für Schwarzpulver).Sein Wirken machte Bayern unabhängig vom Ausland, was die Artillerie betraf und formte somit die Grundlage für die späteren Erfolge der bayerischen Artillerie in den kommenden Kriegen – und das hohe Ansehen dieser Truppengattung in Bayern. Übrigens war Bayern in der Folge der einzige deutsche Staat, in dem ein Mitglied der Königsfamilie in der Artillerie Dienst tun konnte, in Preußen wäre das ein Ding der Unmöglichkeit gewesen; dort ging man zur Kavallerie. Jakob von Manson starb am 5. Januar 1809 in München.

 

Der Abbildung zeigt einen nach Manson standardisierten Munitionswagen der kurfürstlich-bayerischen Armee um 1800. Da besonders die Speichenräder angesichts der damaligen Straßenverhältnisse sehr empfindlich waren, führt der Wagen ein Ersatzrad mit. Abmessungen, Aufhängungen, Splinte, überhaupt jegliches Zubehör waren soweit vereinheitlicht, dass die Ersatzteile untereinander weitgehend austauschbar wurden, was die Instandsetzung und den Klarstand wesentlich begünstigte.

Dieses Modell ist in der Dauerausstellung im Neuen Schloss zu sehen (Inv. Nr. D 756).

Aktuelles

Fünfeckturm Neues Schloss © Bayerisches Armeemuseum, Foto: Gert SchmidbauerDauerausstellung im Neuen Schloss derzeit im Wiederaufbau - stattdessen sehen Sie hier die
Sonderausstellung „Nord gegen Süd“

Zum Seitenanfang