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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum
Geschlossener Visierhelm
(Deutschland, um 1530)

Geschlossener Visierhelm, Deutschland, um 1530, Inv. Nr. A 382 © Bayerisches ArmeemuseumGerade der Kopf war und ist seit jeher im Kampf ein besonders zu schützender Körperteil. Aus diesem Grund finden sich seit Jahrtausenden die unterschiedlichesten Kopfschutze. Die Entwicklung verschiedener Helmformen führte im 15. und 16. Jahrhundert schließlich zum geschlossenen Visierhelm. Dieser schützte neben der Schädelkalotte (wie in früheren Jahrhunderten) durch Hinzufügen von Elementen wie Visier, Nackenschutz, Helmbart etc. auch das Gesicht, den Nacken und den Hals.
Erkauft wurde dieser Schutz jedoch durch ein eingeschränktes Sichtfeld und einer Behinderung der Beweglichkeit. Die Plattnerkunst dieser Zeit brachte wahre Meisterwerke hervor, die in der handwerklichen Ausfertigung, aber auch in der künstlerischen Gestaltung einmalige Zeugnisse dieser Zeit darstellen. Die Stärke des Stahls musste so gering wie möglich ausfallen, um das Gewicht niedrig zu halten, gleichzeitig wurde er stark genug ausgeformt, um Schwerthieben und Lanzenstößen widerstehen zu können. So dienen viele vermeintliche Zierelemente auch der Stabilität des Objektes, wie z. B. das „gefaltete“ Visier dieses Stückes sowohl Zierde als auch Verstärkung ist. Aufklappbare Visiere dienten neben der besseren Lufzufuhr auch der Kommunikation und wurden in der Regel nur unmittelbar vor und während des Kampfes geschlossen gehalten. Der Halsabschluss und der so genannte drei mal geschobene (also aus drei Teilen bestehende) Nackenschutz fügten sich nahezu nahtlos an den darunter getragenen Kragen an, so dass Schlag- und Stichwaffen nicht unter die Panzerung dringen konnten.

Im Inneren trug man eine gepolsterte Haube, die an den außen sichtbaren Nieten befestigt wurde. Von diesen Hauben sind weltweit nur wenige Exemplare erhalten. Diese Polsterungen dienten dazu, die Wucht von Hieben, die über die Helmglocke auf den Schädel des Trägers einwirkten, zu dämpfen, damit dieser nicht einen Schädelbasisbruch oder zumindest eine schwere Gehirnerschütterung erlitt.

Dieses und andere Stücke sind normalerweise in der Dauerausstellung im Neuen Schloss zu sehen, die jedoch derzeit aufgrund von Baumaßnahmen nicht zu besichtigen ist (Inv. Nr. A 382).

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