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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum

„Sperrfeuer auf Douaumont“
Paul Segieth (um 1916/1918)

Paul Segieth, Sperrfeuer auf Douaumont, um 1916/1918 © Bayerisches Armeemuseum

Der deutsche Maler und Zeichner Paul Segieth (2. Januar 1884, Königshütte [Oberschlesien] bis 5. Juni 1969, Hundham, Gemeinde Samerberg) ging nach seinem Militärdienst auf die Empfehlung seines Professors von der Breslauer Kunstakademie nach München, genauer: in das Herz der Münchner Bohèmien, Schwabing. Nebenbei: In den dortigen (Lebens-)Künstler-Lokalen ist er mit Sicherheit einem anderen, allerdings erfolgloseren „Künstler“ über den Weg gelaufen, einem gewissen Adolf Hitler. Seinem „Steckenpferd“, der Landschaftsmalerei, ist er auch im Ersten Weltkrieg treu geblieben. Segieths „Sperrfeuer bei Douaumont“ (1916) gehört ebenfalls in diese Kategorie.
Das im Ersten Weltkrieg schwer umkämpfte „Fort (de) Douaumont“ gehörte zu den französischen Verteidigungsanlagen vor Verdun, war Teil einer 40 km langen Verteidigungslinie aus dem 19. Jahrhundert und die stärkste Befestigungsanlage im Festungsring von Verdun. Im Verlauf des Krieges verlor es zunächst stark an Bedeutung. Nach der Herabstufung der Festung Verdun zu einer „befestigten Region“ wurden die meisten Geschütze und Maschinengewehre des Forts unter den Feldverbänden verteilt. Am 8. Februar 1916 sollte das Fort de Douaumont teilweise gesprengt werden, doch Informationen über einen bevorstehenden deutschen Angriff auf Verdun ließen die französischen Pioniere davon absehen. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die Besatzung des Forts weniger als 60 Soldaten, sie hatten nur noch ein 15,5 cm-Geschütz zur Verfügung.
Am 25. Februar 1916, vier Tage nach Beginn der Schlacht um Verdun, wurde das Fort im Handstreich von deutschen Truppen erstürmt und eingenommen. Es erwies sich in den darauf folgenden Kämpfen als außerordentlich widerstandsfähig gegenüber allen Angriffen, was in erster Linie auf den Beton als neuen Baustoff für Festungsanlagen zurückführen ist. Für die Franzosen besaß das Fort einen hohen moralischen Wert, weshalb sie zahlreiche Versuche unternahmen, es zurückzuerobern. Zehntausende deutsch und fränzösische Soldaten starben beim Versuch Douaumont einzunehmen oder wurden schwer verletzt. Traurige Berühmtheit erhielt das Fort als so genannter „Sargdeckel“. Im Morgengrauen des 8. Mai 1916 kamen bei einer Explosion eines Handgranaten- und Flammenwerferdepots bis zu 900 deutsche Soldaten ums Leben. Aus Zeitgründen wurden 679 von ihnen innerhalb des Forts an Ort und Stelle in einem der Untergeschosse eingemauert. Dieser Ort ist der sogenannte „deutsche Friedhof“, der heute unter staatlicher Verwaltung der französischen Regierung steht.
Am 22. Mai begann ein französischer Großangriff auf Fort de Douaumont, bei dem die deutsche Garnison in die untersten Kasematten zurückgedrängt wurde. Von den Franzosen unbemerkt erhielten die Deutschen durch einen unterirdischen Tunnel Verstärkungen und gingen bereits am 23. Mai zum Gegenangriff über. Bis zum Morgen des 24. Mai war das Fort wieder in deutscher Hand. Erst am 24. Oktober gelang den französischen Truppen in einem äußerst blutigen Sturmangriff die Wiedereinnahme des Forts. Schätzungen zufolge detonierten im Verlauf der Kämpfe über 120.000 Artilleriegranaten auf dem Fort.

Das Gemälde ist in der Ausstellung „Das Auge der Welt. Otto Dix und die Neue Sachlichkeit“ (10.11.2012-7.4.2013) im Kunstmuseum Stuttgart zu sehen. Normalerweise ist es in der Dauerausstellung „Der Erste Weltkrieg“ im Reduit Tilly ausgestellt.

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