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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum

Prinzregent Luitpold besucht den Maler Louis Braun in dessen Atelier
(München 1896)

Prinzregent Luitpold besucht den Maler Louis Braun in dessen Atelier © Bayerisches Armeemuseum1896 fand wie jedes Jahr auf dem Oberwiesenfeld die große Frühjahrsparade statt. Diese Frühjahrparaden waren in den großen Hauptstädten in der Zeit vor 1914 das wichtigste militärische Repräsentationsereignis des Jahres. Auch die bürgerliche Gesellschaft nahm daran regen Anteil. Louis Braun malte 1896 ein Monumentalgemälde zu diesem Ereignis (siehe unten). Die Szene auf diesem Bild zeigt den Besuch des Prinzregenten während Braun das eigentliche Gemälde (im Hintergrund) anfertigt.

Die Parade selbst spielte sich in zwei Teilen ab: Im ersten Teil ritt Prinzregent Luitpold als Staatsoberhaupt des Königreichs Bayern mit seinem Gefolge beide Treffen ab. Anschließend begab er sich an einen festen Punkt, und die Truppen defilierten nacheinander an ihm vorbei.

Das Gemälde zeigt den ersten Teil, also das Abreiten der Paradeaufstellung. Der Maler wählte als Punkt für das Abreiten die zweite Einheit, das Infanterie-Leibregiment. Das gab ihm die Gelegenheit, den Enkel des Prinzregenten und künftigen Thronfolger Rupprecht mit ins Bild zu nehmen, der damals als Major und Kommandeur des I. Bataillons in dieser Einheit diente.
In diesem großen Gemälde präsentiert Louis Braun die Armee bei einem glanzvollen öffentlichen Auftritt. Er zeigt uns aber auch die militärische und dynastische Prominenz des Königreichs im Gefolge des Prinzregenten, beide verbunden durch die Uniform. Das Bild zeugt also nicht nur von der zeitgenössischen Freude an militärischer Prachtentfaltung, sondern auch von der engen Beziehung zwischen der königlichen Familie, dem Hof und der Armee.

Frühjahrsparade auf dem Oberwiesenfeld 1896, Louis Braun (Ausschnitt) © Bayerisches ArmeemuseumDie Parade fand auf dem Oberwiesenfeld statt, das der Armee gehörte und eigentlich als Exerzierplatz diente. Für solche Einrichtungen bevorzugte man im 19. Jahrhundert flaches Gelände, so daß in der Geschichte der Anfangszeit der Luftfahrt dort auch Flugplätze eingerichtet wurden. Das gilt für das Oberwiesenfeld ebenso wie für die "Schmelz" in Wien und das Tempelhofer Feld bei Berlin, wo die österreichischen und preußischen Frühjahrsparaden stattfanden. 1972 entstanden auf dem Oberwiesenfeld die Anlagen für die Olympischen Spiele 1972.

Das Bild "Prinzregent Luitpold besucht den Maler Louis Braun in dessen Atelier" war in der bayerisch-oberöstereichischen Landesausstellung „Verbündet - Verfeindet - Verschwägert. Bayern und Österreich“ (27. April bis 4. November 2012) in Braunau am Inn zu sehen (Inv. Nr. N 1804). Üblicherweise hängt es im Neuen Schloss neben dem Gemälde der Frühjahrsparade von 1896 in der Dauerausstellung des Armeemuseums.

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