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Objekt des Monats

Fernglas, deutsch um 1870, Inv. Nr. 0110-2016 © Bayerisches Armeemuseum

Votivtafel für Hans Huber
(Bayern, 1825)

Votivtafel für Hans Huber, der 1812 im Russlandfeldzug ums Leben kam © Bayerisches Armeemuseum

Etwa fünf Millionen Tote und zehn Millionen Verletzte in Europa ist die Bilanz der napoleonischen Feldzüge. Von den 30.000 bayerischen Soldaten, die 1812 auf den Feldzug Napoleons gegen Russland zogen, kamen nur etwa 3.000 lebend zurück. Eine Katastrophe wie sie Bayern seit dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) nicht mehr erlebt hatte.

Die physische Erfahrung von Schmerz und Angst prägten vorwiegend die jungen Männer, aber auch die Familien nachhaltig. Ausdruck des Schmerzes sind in Süddeutschland oftmals Votivtafeln, wie die hier vorliegende. Diese Form des Gedenkens steht in einer gewissen Verwandtschaft zu Epitaphien und Marterln und kommen verstärkt im 17. Jahrhundert auf (erste Beispiele lassen sich aber schon im 16. Jahrhundert finden). Im Gegensatz zu Epitaphien wenden sich Votivtafeln aber der dargestellten irdischen Not und nur selten dem Jenseits zu. Votivtafeln können - wie bei der Totentafel für Hans Huber - auch dem Gedenken an Verstorbene gewidmet sein. Das Symbol des allsehenden Auges als Sinnbild für Gott soll verdeutlichen, dass der Tote unter dem Schutz Gottes verstorben ist.

Interessant ist, dass die Tafel offenbar 1825 gestiftet wurde, also 13 Jahre nach dem verhängnisvollen Russlandfeldzug Napoleons.

Das Stück ist in der Sonderausstellung „Napoléon et l'Europe“ (01.03. bis 31.07.2013) im Musée de l'Armée in Paris zu sehen und wird normalerweise in der Dauerausstellung im Neuen Schloss präsentiert (Inv. Nr. B 6141).

Aktuelles

GeschlossenAm 20. Dezember 2017 müssen alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums betriebsbedingt bereits um 15.30 Uhr geschlossen werden.

Fünfeckturm Neues Schloss © Bayerisches Armeemuseum, Foto: Gert SchmidbauerDauerausstellung im Neuen Schloss derzeit im Wiederaufbau - stattdessen sehen Sie hier die
Sonderausstellung „Nord gegen Süd“

Stadtidentität Ingolstadt © Foto: Erich ReisingerDonnerstag, 11.01.2018, 19.00 Uhr
Vortrag
Es ist Deine Stadt - Stadtidentität braucht gesellschaftliches Bürgerengagement
bitte beachten Sie, dass der Termin vom 9. auf den 11.01. verschoben werden musste!

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