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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum
„Gold zerschlägt Eisen“
Plakat (Papier, undatiert, 1914-1918)

Gold zerschlägt Eisen, Plakat, 1914-1918, Inv. Nr. 837-1990b © Bayerisches ArmeemuseumAuf dem Plakat hat ein goldener Hammer, dessen Stiel in den damaligen deutschen Nationalfarben gehalten ist, die eiserne Kette gesprengt, mit der eine weibliche Allegorie des Friedens gefesselt war. Sie selbst ist goldfarben dargestellt und kann jetzt enteilen, um die goldene Friedenspalme zu überreichen, die sie in der Hand hält.
Das internationale Währungssystem der Zeit vor 1914 beruhte auf dem Goldstandard: Die Zentralbanken waren verpflichtet, Banknoten auf Verlangen in physisches Gold umzutauschen. Die Notenbanken mußten beträchtliche Goldreserven halten, um ihrer Einlösungspflicht Glaubwürdigkeit zu verleihen. Das bedeutete allerdings nicht, daß die umlaufende Geldmenge den Wert des Notenbankgoldes nicht überschreiten durfte. 1914 genügte es, wenn der Goldvorrat ein Drittel der umlaufenden Geldmenge deckte.
In Krisenzeiten vertrauen die meisten Menschen mehr dem physischen Gold als dem auf Papier gedruckten staatlichen Versprechen, dieses gegebenenfalls in Gold einzutauschen. Deshalb kam es in Deutschland schon in den Tagen vor der Mobilmachung (1. August 1914), als sich die Zuspitzung der politischen Krise bereits abzeichnete, zu massiven Goldabhebungen. Um einem weiteren Schwund der Goldreserven vorzubeugen, wurde bei Kriegsausbruch der Umtausch von Geldnoten in Gold eingestellt, und das nicht nur in den kriegführenden Staaten, sondern auch in mehreren neutralen Ländern.
Trotzdem versuchten die kriegführenden Staaten an der Fiktion eines Goldstandards festzuhalten. Der Krieg galt ja nur als vorübergehende Unterbrechung des normalen Wirtschaftslebens. Außerdem war es aus psychologischen Gründen wichtig, den Anschein einer starken Währung aufrecht zu erhalten, um deren Außenkurs zu stabilisieren. Ein wirklicher Ausgleich der ungeheuren Geldmengenvermehrung, die der Krieg erzwang, war unmöglich. Um die Drittelparität wenigstens formal aufrecht zu erhalten, wurden bestimmte Schuldpapiere des Reichs als dem Gold gleichwertig und somit deckungsfähig erklärt.
Die Reichsbank bemühte sich weiterhin, ihre Goldvorräte zu erhöhen. Die größte Goldmine, die es auszubeuten galt, war der private Goldbesitz im Inland. Öffentliche Appelle an den Patriotismus veranlassten viele Bürger, dem Staat ihr Münzgold, Schmuck und Uhrenketten etc. gegen Papiergeld zu verkaufen. Dennoch hielten es viele für klüger, ihr Gold zu behalten. Neben Papiergeld gab es für die Überlasser Ersatzstücke aus Eisen mit patriotischen Aufschriften, die über den Verlust hinwegtrösten sollten.

Das Plakat ist in der Dauerausstellung „Der Erste Weltkrieg“ im Reduit Tilly zu sehen (Inv. Nr. 837-1990b).

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