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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum

Plattenrock
(deutsch, um 1350)

Plattenrock um 1350, Inv. Nr. 162-2007 © Bayerisches ArmeemuseumAls in Europa zunehmend Armbrüste und Langbogen eingesetzt wurden, boten Kettenhemden den Rittern nicht mehr genügend Schutz. Im späten 12. Jahrhundert ging man deshalb dazu über, Brust, Schultern und Gliedmaßen durch zusätzliche Panzerplatten zu schützen. So entstand um 1430 schließlich der vollständige Plattenharnisch.

Ein Plattenrock bestand aus mehreren überlappenden oder nebeneinander angebrachten Eisenplatten. Diese waren an der Innenseite eines Überwurfes aus Tuch oder Leder angebracht. Die Nieten, mit denen die Eisenplatten befestigt wurden waren von außen gut zu sehen und häufig auch aufwändig verziert oder kunstvoll gestaltet.

Mit der Änderung der Kampfweise vom Reiter-/Ritterkampf zur Infanterie und dem Söldnertum, verschwanden die Plattenharnische schließlich immer mehr. Auch die immer wirksameren Feuerwaffen trugen zu dieser Entwicklung bei.
Derartige Plattenröcke mit anhängenden Waffenketten waren bisher nur von Abbildungen und Grabmonumenten bekannt.
Das hier ausgestellte Stück wurde 2002 von einem Hobbyarchäologien auf dem Gebiet der Burg Hirschstein bei Passau gefunden. Kurz vor dem Verkauf ins Ausland wurde der Plattenrock zum nationalen Kulturgut erklärt und konnte für das Bayerische Armeemuseum erworben werden.
Das Stück ist normalerweise in der Dauerausstellung im Neuen Schloss zu sehen (Inv. Nr. 162-2007).
2014 wurde mit einer Gruppe internationaler Spezialisten aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Deutschland ein Rekonstruktionsversuch durchgeführt, der zu einem ersten, stimmigen Ergebnis geführt hat. Der Plattenrock wurde in dieser Form erstmals in der Bayerischen Landesausstellung „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ (16. Mai bis 2. November 2014) in Regensburg der Öffentlichkeit präsentiert.

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