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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum

Morgenstern / Streitkolben
(wohl 17. oder 18. Jh., süddeutsch)

Morgenstern / Streitkolben (wohl 17. oder 18. Jh., süddeutsch)Der Morgenstern entstand aus der Holzkeule und war zunächst eine Behelfswaffe, auch wenn er seit dem 14. Jahrhundert von der Reiterei verwendet wurde. Er gehört der Kategorie der Schlagwaffen an. Unklar ist die Herkunft des Namens, doch ist eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Stern erkennbar.
Es handelt sich um eine kurzstielige Keule, deren verdicktes Ende mit Eisenstacheln versetzt wurde. In diesem Exemplar wurden sieben Dornen eingesetzt, es konnten jedoch bis zu 16 sein. Dieses Stück ist bereits so lang (fast 1,5 m), dass man ihn sicher mit zwei Händen führen musste. Meist stellt man sich diese Waffe romantisch verklärt als eine Holz- oder Metallstange vor, an der – an einer Kette hängend – eine dornenbewährte Kugel geschwungen wird.
Vom 14. bis 16. Jahrhundert war der Stiel der Streitkolben noch relativ kurz. Morgensterne kommen in allen bäuerlichen Gegenden Europas vor, sie spielten jedoch zunächst keine wesentliche Rolle, wenn sie auch eine relativ einfach herzustellende Notwaffe sind. Darstellungen von Kriegern mit Morgensternen finden sich beispielsweise in der Luzerner Chronik des Diebold Schilling aus dem Jahr 1513. Keine 30 Jahre zuvor, 1485, jedoch zeigt Schilling in der Spiezer Bilderchronik keinen einzigen Morgenstern.
Häufig werden Morgensterne auch nach ihrem Einsatzort benannt, wie z.B. „Prättigauer Knebel“ oder „Fidelisknüttel“ (nach einem Kapuzinerpater, der 1622 mit einem solchen Streitkolben erschlagen wurde). Noch im 19. Jahrhundert gibt es Berichte über den Einsatz dieser Waffen in einer Schlacht. Eine „Renaissance“ erlebten diese Schlagwaffen im Ersten Weltkrieg. Die Enge der Schützengräben führte dazu, dass sich die Soldaten selbst dornenbewährte kurze Holzprügel herstellten, mit denen man sich im Graben besser verteidigen oder angreifen konnte als mit dem Bajonett auf dem langen Gewehr.

Der Streitkolben ist ein besonderes Stück, trägt er doch mit der Inv. Nr. A 1, die erste vergebene Nummer des Museums. Er wird im Depot aufbewahrt.

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