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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum

Schlachtschwert oder Bidenhänder
(16. Jahrhundert)

Schlachtschwert, das mit zwei Händen geführt werden musste (16. Jh.) © Bayerisches ArmeemuseumDurch die Steigerung in der Qualität der Harnische wurde es ab dem 14. Jahrhundert notwendig, auch längere und stärkere Schwerter anzufertigen. Um diese schwerer gewordenen Waffen handhaben zu können, musste die zweite Hand zur Unterstützung dienen und der Griff daher länger werden. Aus dem so entstandenen Anderthalbhänder entwickelte sich bei den Schweizern und den Landsknechten ein besonderes Schlachtschwert, der Bidenhänder.

Der Bidenhänder (auch Beidhänder oder einfach Schlachtschwert genannt) besaß eine sehr lange und breite Klinge, die gerade oder „geflammt“ (Flamberger) war. Die geflammte Klinge sollte wohl abschreckende Wirkung haben, denn sie verursachte keine schwereren Wunden als eine gerade Schneide.
Neben einem sehr langen Griff sind lange, meist gebogene Parierstangen charakteristisch für diese Art Waffe. Bei jüngeren Exemplaren finden sich an der Klinge auch kleine Parierstangen, hakenförmige Ansätze vor der eigentlichen Parierstange. Zwischen dem Griff und diesen Haken war die Klinge üblicherweise nicht geschliffen. Dieser Teil des Schwertes wird als Fehlschärfe bezeichnet und war meist – wie der Griff – mit Leder oder Samt überzogen. Getragen wurden die Bidenhänder ohne Scheide über der Schulter.
Der Gebrauch dieser Waffe erforderte große Fertigkeit und Übung. Ihre Träger mussten daher durch ein Zeugnis eines „Meisters vom langen Schwert“ nachweisen, dass sie damit umgehen konnten. Sie erhielten doppelten Sold und wurden deshalb auch als Doppelsöldner bezeichnet.
Zweck des Biedenhänders war es, eine Bresche in den gegnerischen Wall an Spießen und anderen Langwaffen zu schlagen. Dies geschah meist erst, nachdem die gegnerischen Haufen aufeinandergetroffen waren. Daneben wurden sie auch oft zum Schutz der Fahnen oder des Oberst eingesetzt.
Um 1600 kamen sie endgültig außer Gebrauch und dienten als Zier- und Paradewaffe der Leibgardisten nur mehr repräsentativen Zwecken. In dieser Zeit werden die Stücke dann zunehmend auch mit aufwändigen Ornamenten verziert.

Im Neuen Schloss sind mehrere Exemplare zu sehen (hier Inv. Nr. A 603).

TS

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