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Objekt des Monats

Fernglas, deutsch um 1870, Inv. Nr. 0110-2016 © Bayerisches Armeemuseum
Handtartsche (kleine Pavese) der Stadt Schongau
(Bayern, Ende 15. Jahrhundert)

Handtartsche (Kleine Pavese) mit dem Wappen der Stadt Schongau, Ende 15. Jahrhundert, Inv. Nr. A 197 © Bayerisches ArmeemuseumSchilde waren eine einfache und preiswerte Möglichkeit sich bei Angriffen zu schützen. So genannte Handtartschen, auch Pavesen genannt, haben eine besondere Form. Die äußere Seite der Schilde wurde häufig - wie in diesem Fall auch - bemalt und zeigte häufig Wappendarstellungen. Hier ist es ein Adler mit dem Wappen der Stadt Schongau. Inwieweit der Adler darauf verweist, dass der Träger Teil eines bayerischen Kontingents im Reichsheer war, sei dahingestellt, aber die Herkunft des Stückes ist damit eindeutig möglich.
Das Material ist stark genug, um Pfeile, Armbrustbolzen und kleinkalibrige Bleikugeln abprallen oder darin stecken bleiben zu lassen. Mittig verläuft eine Aufwölbung, hinter der sich auf der Rückseite ein Hohlraum befindet. In diesem kann mit Hilfe eines Y-förmigen Griffes aus Leder senkrecht seinen Arm stecken und so die Pavese vor den Oberkörper und das Kinn halten. Diese Schilde waren leicht genug, um sie noch mit einer Hand zu tragen. Somit dienten sie Fußkämpfern als Schutz. Große Pavesen werden auch als Setzschild bezeichnet, da sie geeignet waren, kniend Schutz dahinter zu suchen, wobei der vorgestützte Fuß in der Hohlkehle Platz fand.
Der Begriff Tartsche leitet sich wohl vom arabischen Begriff „dárake“ oder „adarga“, einem Rundschild, ab. Ab dem 15. Jahrhundert wurden Tartschen, die man auf dem Boden absetzen konnte, als Pavesen bezeichnet. Dies leitete sich vom lateinischen „pavisorius“ bzw. dem griechischen „patzeon“ ab, was Schild bedeutet.

Diese Handtartsche wird in der Ausstellung „Das Goldene Jahrhundert der Reichen Herzöge" (13. November 2014 bis 1. März 2015) in der Heiligenkirche Landshut durch die Museen der Stadt Landshut zu sehen und befindet sich normalerweise in der derzeit geschlossenen Dauerausstellung im Neuen Schloss zu sehen (Inv. Nr. A 197). Vergleichbare Tartschten haben sich im Bayerischen Nationalmuseum in München erhalten.

Aktuelles

GeschlossenAm 20. Dezember 2017 müssen alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums betriebsbedingt bereits um 15.30 Uhr geschlossen werden.

Fünfeckturm Neues Schloss © Bayerisches Armeemuseum, Foto: Gert SchmidbauerDauerausstellung im Neuen Schloss derzeit im Wiederaufbau - stattdessen sehen Sie hier die
Sonderausstellung „Nord gegen Süd“

Stadtidentität Ingolstadt © Foto: Erich ReisingerDonnerstag, 11.01.2018, 19.00 Uhr
Vortrag
Es ist Deine Stadt - Stadtidentität braucht gesellschaftliches Bürgerengagement
bitte beachten Sie, dass der Termin vom 9. auf den 11.01. verschoben werden musste!

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