Bookmark and Share

Objekt des Monats

Fernglas, deutsch um 1870, Inv. Nr. 0110-2016 © Bayerisches Armeemuseum

„Dolchartiges Messer“
sog. Grabendolch
(Deutsches Reich, 1914-1918)

Grabendolch sog. Dolchartiges Messer, Deutsches Reich 1914-1918 © Bayerisches ArmeemuseumDer Erste Weltkrieg brachte eine überraschende Renaissance des Nahkampfes mit sich. Die Schützengräben der beiden Seiten waren an vielen Stellen ganz nahe aneinander gerückt. Kleinen Trupps entschlossener Soldaten bot das die Chance, diese Distanzen überfallartig zu überwinden. Die bevorzugte Tageszeit für solche Greifkommandos und ähnliche Stoßtrupps, damals meist als „Patrouillen“ bezeichnet, war die Nacht. Sie behinderte den Verteidiger im Gebrauch seiner Abwehrmittel, vor allem der Schusswaffen. Deren Einsatz konnte aber auch überhaupt unerwünscht sein, weil er im Getümmel des Nahkampfes auch die eigenen Leute gefährdete oder der alarmierende Knall der Schüsse vermieden werden sollte. Mit aufgepflanztem Seitengewehr (Bajonett) waren manche Gewehre fast zwei Meter lang und damit ziemlich unhandlich. Deshalb verteilte man an die Truppen primitive physische Nahkampfmittel wie Schlagkeulen und Dolche. Die deutsche Armee bezeichnete sie offiziell als „dolchartige Messer“. Heute würde man von Kampfmessern sprechen. Bei überfallartigem Gebrauch waren solche Waffen gewiss effektiv, doch war ihr Einsatz aufgrund der körperlichen Nähe des Opfers zweifellos mit einer höheren psychischen Hürde verbunden als der einer Schusswaffe.
Im Verlauf des Ersten Weltkrieges nahm die Zahl dieser Messer kontinuierlich zu. Diese Messer waren als Waffen konzipiert. Ihre Klinge war für das Zustechen eingerichtet und eignete sich nur wenig für den Gebrauch als Feldmesser.

Derartige Stücke sind in der Dauerausstellung des Museums zum Ersten Weltkrieg im Reduit Tilly ausgestellt. Dieses Objekt (Inv. Nr. H 16370) ist derzeit in der Ausstellung „Fastnacht der Hölle. Die Sinne und der Erste Weltkrieg“ (04.04.2014 - 01.03.2015) im Haus der Geschichte Baden-Württembergs in Stuttgart zu sehen.

Aktuelles

GeschlossenAm 20. Dezember 2017 müssen alle drei Häuser des Bayerischen Armeemuseums betriebsbedingt bereits um 15.30 Uhr geschlossen werden.

Fünfeckturm Neues Schloss © Bayerisches Armeemuseum, Foto: Gert SchmidbauerDauerausstellung im Neuen Schloss derzeit im Wiederaufbau - stattdessen sehen Sie hier die
Sonderausstellung „Nord gegen Süd“

Stadtidentität Ingolstadt © Foto: Erich ReisingerDonnerstag, 11.01.2018, 19.00 Uhr
Vortrag
Es ist Deine Stadt - Stadtidentität braucht gesellschaftliches Bürgerengagement
bitte beachten Sie, dass der Termin vom 9. auf den 11.01. verschoben werden musste!

Zum Seitenanfang