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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum

Lkw 0,75 t gl Kraka Typ 640
(BRD, 1970er Jahre)

Kraka mit Dr. Thomas Müller (Kurator am Bayerischen Armeemuseum) bei einer Rundfahrt anlässlich der Nacht der Museen in Ingolstadt im September 2015 © Bayerisches ArmeemuseumIm Herbst 1962 wurde von der Firma Zweirad-Union AG in Nürnberg ein geländegängiges und zusammenklappbares Kleinfahrzeug mit der Bezeichnung „Kraka“ (Kraftkarren) vorgestellt. Dieses Fahrzeug war ursprünglich für den Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft sowie für Katastrophenschutz- und Hilfsdienste vorgesehen. Die ersten Prototypen waren mit einem dem „Goggomobil“, ein Kleinst-Pkw aus der Gründerzeit der Bundesrepublik Deutschland, entstammendem Zweitaktmotor ausgerüstet. Dieser Motor leistete im „Kraka“ bei einem Hubraum von 400 ccm 16 PS.
Da der eigentlich angesprochene Kundenkreis wenig Interesse an dem Fahrzeug zeigte, versuchte man verstärkt, die Bundeswehr als Kunden zu gewinnen, da von dieser aufgrund der Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg ein geländegängiger, luftverlastbarer Waffenträger für ihre Luftlande- und Fallschirmjägereinheiten gesucht wurde. Im Jahr 1965 wurden zunächst 50 Fahrzeuge zu Erprobungszwecken an die Bundeswehr geliefert und eingehend geprüft. Bei der Erprobung stellte sich bald heraus, dass das Fahrgestell für die vorgesehene Nutzlast von 750 kg zu schwach dimensioniert war. Außerdem erwies sich der eingebaute Zweitaktmotor als nicht kräftig genug. Ab 1971 wurden deshalb grundlegend überarbeitete Erprobungsmodelle an die Bundeswehr geliefert. Unter anderem war der Rahmen verstärkt. Zum Einsatz kam jetzt der aus dem BMW 700 stammende Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor (Typ 427) mit 697 ccm samt Getriebe. Die Motorleistung war auf 26 PS reduziert worden. Nach einigen weiteren Änderungen wurden in den Jahren 1974 / 75 insgesamt etwa 860 Stück des „Lkw 0,75 t gl Kraka Typ 640“, wie der Kraftkarren offiziell genannt wurde, an die 1. Luftlande-Division geliefert. Dort standen sie rund zwanzig Jahre lang im Einsatz. Die letzten Fahrzeuge wurden im Laufe der 90er Jahre ausgemustert.
Die „Kraka“ zeichneten sich durch eine gute Lufttransportfähigkeit (Abwurf am Fallschirm und Transport als Außenlast waren möglich) und hohe Robustheit aus. Die 140 x 140 cm große Ladefläche war zur Aufnahme verschiedener Einbausätze vorbereitet. So konnten die „Kraka“ als Funkfahrzeuge oder behelfsmäßige Krankenkraftwagen eingesetzt werden. In der Rolle als Waffenträger waren die „Kraka“ mit der Maschinenkanone MK 20mm, dem Panzerabwehr-Leichtgeschütz 106 mm, dem 120 mm Mörser oder den Panzerabwehr-Systemen „Milan“ und TOW ausgerüstet.
Der Kraka des Bayerischen Armeemuseums gehörte in seiner Dienstzeit zum Fernmeldezug der 1. Kompanie eines Fallschirmjägerbataillons.

Der Kraka befindet sich im Depot des Museums.

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