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Objekt des Monats

Kommandeurkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens; Inv. Nr. N 3211 © Bayerisches Armeemuseum

Feldflasche mit Trageriemen von Andreas Hofer
(Tirol?, undatiert)

Feldflasche mit Tragriemen von Andreas Hofer, Inv. Nr. B 68 © Bayerisches ArmeemuseumFeldflaschen gehörten zur Standardausrüstung von Soldaten. Das hier gezeigte Exemplar wird, ausweislich eines Zugangsbuchs, das einen heute nicht mehr auffindbaren Beleg nennt, im Bayerischen Armeemuseum als Feldflasche von Andreas Hofer geführt. Die Flasche ist größer als die üblichen Feldflaschen, sie hat zwei Ausgießer. Es könnte sich um ein Beutestück handeln, das
ein bayerischer Soldat in den Kämpfen des Jahres 1809 mitgenommen hat. Nach der Erschießung Andreas Hofers am 20. Februar 1810 in Mantua setzte bald der Erinnerungskult um den Freiheitshelden ein. So wurde sein Bild in größeren Mengen in Augsburg hergestellt und von fahrenden Händlern verbreitet. Hofer wurde mehr und mehr zum Freiheitskämpfer stilisiert, häufig in Zusammenhang mit Ferdinand von Schill, der 1809 in Norddeutschland versucht hatte, eine allgemeine Erhebung gegen Napoleon auszulösen. Hofer wurde so zum Märtyrer im Kampf um die Befreiung der Deutschen von Napoleon. Vielleicht erhielt die Flasche auch in diesem Zusammenhang erst die Zuschreibung an Andreas Hofer.
Einer, der unmittelbar mit dem Ende Andreas Hofers in Zusammenhang stand und die letzten Jahre seines Lebens in München und Reichertshofen bei Ingolstadt verbrachte, war Franz Raffl, der das Versteck Hofers auf der Pfandler Alm an die französischen Soldaten verraten hatte. Weil er sich in Tirol nicht mehr halten konnte, erhielt Raffl Unterstützung vom bayerischen Staat. 1830 starb er in Reichertshofen. Vielleicht hat Raffl, als er die Soldaten in Hofers Versteck führte, die Feldflasche als Trophäe an sich genommen und seine Nachkommen veranlassten eine Übereignung
an das Bayerische Armeemuseum.

Die Flasche ist in der Bayerischen Landesausstellung „Napoleon und Bayern“ (30. April bis 31. Oktober 2015) im Neuen Schloss in Ingolstadt zu sehen (Inv. Nr. B 68).

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