Glashandgranate
(Deutsch, 17./18. Jahrhundert)

Glashandgranate aus dem 17./18. Jahrhundert, Inv. Nr. A 1704 © Bayerisches ArmeemuseumHandgranaten wurden zwar in vergangenen Jahrhunderten in großer Anzahl hergestellt, haben sich jedoch interessanterweise nur in einer kleinen Menge in Sammlungen erhalten. Auch archäologisch treten sie als Fundgruppe eher selten auf. Meist handelt sich auch nur um Fragmente, vollständige Exemplare sind rar.

Die Materialien, aus denen Handgranaten gefertigt wurden, sind sehr unterschiedlich. Üblich waren Ton, Eisen, Buntmetall, Blei oder eben auch Glas. Die Objekte wurden über eine Öffnung mit einer Schwarzpulverladung gefüllt. Mit Hilfe einer in die Öffnung gesteckten (meist hölzerne) Zündröhre konnte festgelegt werden, wie viel Zeit bis zur Zündung der Sprengladung verging.Bei der Explosion wurde das umgebende Material in Splitter verwandelt und konnte so in einem gewissen Radius seine verheerende Wirkung entfalten.

Handgranaten waren sehr gefährlich zu handhaben, da man nahe an den Feind herankommen musste und gleichzeitig die exakte Brenndauer des Zünders nur schwer zu bestimmen war. Aus diesem Grund war die Handhabung dieser Waffen im 17. und 18. Jahrhundert meist der Elitetruppe der Grenadiere vorbehalten, die ihren Namen von dieser Waffe ableiteten.

Das Bayerische Armeemuseum hat zwei gleichartige Glashandgranaten in seinem Bestand (Inv. Nr. A 1704), die derzeit in der Sonderausstellung „Im Visier des Fotografen. Alte Waffen in neuem Licht“ im Neuen Schloss zu sehen sind.